Mädchen mit Blumenkorb
Louis-Lié Périn-Salbreux
Dieses äußerst duftige Mädchenbildnis ist zwar unsigniert, kann aufgrund seiner Maltechnik aber Louis-Lié Périn, einem der talentiertesten Pariser Miniaturmaler seiner Zeit, zugeschrieben werden. Seine von Hall inspirierte »Fleckentechnik«, mit der er Hintergrund und Kleider wiedergibt, ist ein unverkennbares Markenzeichen des Künstlers.1 Périns Werke aus dem Ancien Régime sind selten, obwohl er in dieser Zeit bereits hohes Ansehen genoss und bedeutende Aufträge erhielt.
Im Rund stellte der Künstler ein etwa zehnjähriges Mädchen dar, das in einem Park mit einem Körbchen am Arm Rosen pflückt. Im Hintergrund deutet eine halbrund angelegte,nach vorne abfallende und von einer Treppe unterbrochene Balustrade ein Boskett an, das die Dargestellte optisch einfasst.2 Um die kindliche Größe des Modells zu betonen, bediente sich der Künstler eines Kniffs: Er setzte es deutlich tiefer ins Bild als seine erwachsenen Modelle, so dass sein Kopf nur wenig über die Bildmitte hinausragt und der darüber gestaltete Hintergrund verhältnismäßig viel Raum einnimmt.
Laut rückseitiger Inschrift handelt es sich bei der Dargestellten um Mademoiselle Thiroux de Mauregard, die später den Marquis de Pracomtal heiratete. Dies muss allerdings ein Irrtum sein, denn Anne-Charlotte Thiroux de Mauregard (1736–1803) heiratete den Marquis Arnoul de Pracomtal bereits 1754 und war ungefähr fünfzigjährig, als die Miniatur entstand.
B.P.