Selbstbildnis von Aubry
Louis François Aubry
In seinem Selbstbildnis im Louvre, hier von einem Schüler kopiert, ist der junge Aubry mit frontal dem Betrachter zugewandtem Oberkörper und abgewandtem Gesicht dargestellt. Die modische Lockenfrisur, der flauschige Backenbart und die leuchtend hellblaue Weste zeigen den Künstler als jungen Mann, der auf sein Äußeres bedacht war und es selbstbewusst präsentiert. Die seitlich aus dem Bild hinausblickende Pose wählte Aubry wohl in Anlehnung an das Selbstbildnis seines Lehrers Isabey, das sich heute in der Wallace-Collection befindet.1
Aubry war außerordentlich aktiv als Lehrer zahlreicher angehender Miniaturmaler und leitete in Paris ein Atelier für Herren und ein zweites für Damen.2 Das Porträt, das erst durch den Nachlass seiner Gattin 1851 an den Louvre gelangte, konnte dort ebenso wie sein Bildnis der Baronin von Benoist von den Schülern studiert und kopiert werden, so dass heute von beiden Miniaturen etliche Nachahmungen bekannt sind.3 Das Exemplar der Sammlung Tansey gehört zu den besten Schülerarbeiten. Die Initialen "J. A." passen aber zu keinem der bekannten Schüler Aubrys.4
B. P.