Christian IV., Herzog von Pfalz-Zweibrücken (nach Mannlich)
Georg Desmarées (Marées)
Der aus Schweden gebürtige Maler Desmarées wurde 1730 kurfürstlicher Hofmaler unter Karl Albrecht von Bayern. Er entwickelte sich zu einem der führenden Porträtisten seiner Epoche und erhielt in den folgenden Jahren zahlreiche Aufträge vor allem süddeutscher Fürstenhöfe.
Bei dem Porträtierten handelt es sich um Christian IV., Herzog von Pfalz-Zweibrücken (1722-1775).1 Diese Nebenlinie der pfälzischen Wittelsbacher, die von 1681 bis 1718 mit dem Königreich Schweden in Personalunion verbunden gewesen war, wurde im Verlauf des 18. Jahrhunderts zu einem ernstzunehmenden europäischen Faktor, vorgesehen für die Nachfolge in der Kurpfalz und in Kurbayern, wo Kurfürst Karl Theodor ohne eheliche Kinder regierte. Christian war in morganatischer Ehe mit der französischen Schauspielerin Marianne Camasse verheiratet, mit der er sechs - nicht erbberechtigte - Kinder hatte. Nachfolger Christians wurde sein Neffe Karl August, dem 1795 sein jüngerer Bruder Maximilian Joseph folgte, der spätere Kurfürst und König von Bayern.
Christian war ein feinsinniger Mann, dem vor allem die Förderung von Kunst und Wissenschaften am Herzen lag. Seine enge Verbindung zum französischen Hof und seine persönliche Beziehung zu Ludwig XV. und Madame de Pompadour ließen ihn jedes Jahr mehrere Monate in Paris verbringen und Aufenthalt im Schloss von Versailles nehmen. Er förderte Christoph Willibald Gluck (1714 -1787), dem er den Weg zum französischen König ebnete. Die Züge Christians IV., die ein gebildetes und zugleich charmantes Wesen verraten, hat de Marées in seinem Porträt gekonnt zum Ausdruck gebracht.2
J. S. O.