Herr in Rüstung (möglicherweise Moritz, Graf von Sachsen)
Rosalba Carriera (Umkreis)
Der Herr in dieser Miniatur, in der Sammlung Tansey als ein Bildnis von Moritz von Sachsen inventarisiert, besitzt tatsächlich Ähnlichkeit mit dem berühmten Feldherrn und Lebemann.1 Das volle Gesicht und die stark betonten Augenbrauen findet man vergleichbar auch in gesicherten Porträts. Mund- und Kinnpartie allerdings besitzen hier nicht die gleiche Prägnanz und sind weniger kräftig wiedergegeben.2
Moritz war ein illegitimer Sohn von August dem Starken und der Maria Aurora von Königsmarck und ein Halbbruder von Kurfürst Friedrich August II. Für die militärische Laufbahn bestimmt, folgte er schon als Jüngling seinem Vater in verschiedene Feldzüge. 1718 wurde er mit dem polnischen Weißen Adler-Orden ausgezeichnet, verließ zwei Jahre später aber Deutschland, um in Paris in französische Dienste zu treten. Seine ehrgeizigen Bemühungen, sich das Herzogtum Kurland anzueignen, scheiterten ebenso wie seine Bewerbung um Elisabeth, die Tochter Peters des Großen von Russland. Im Österreichischen Erbfolgekrieg begründete er seinen militärischen Ruhm, der ihm 1744 den Grad eines Marschalls von Frankreich eintrug. Seine Siege während des niederländischen Feldzugs 1745 - 47 veranlassten den französischen König, ihm als Dank Schloss Chambord zu schenken. 1747 wurde er zum Generalmarschall erhoben und zum Statthalter der Niederlande ernannt, hielt sich nach dem Aachener Frieden aber hauptsächlich auf Chambord auf, wo er 1750 starb.
B. P.