Dame in weißem Kleid mit rotem Kaschmirschal
Ferdinando Quaglia
Ferdinando Quaglia gehört zu einer ganzen Gruppe italienischer Miniaturisten, die ihr Heimatland aus Mangel an Aufträgen oder auf der Suche nach größerer Anerkennung verließen und im Ausland arbeiteten. Balbi und Bencini fanden am Wiener Hof Aufträge, Restallino in Bayern und Bossi in Deutschland und Schweden. Wie einige Jahrzehnte früher Campana, zog es Quaglia nach Paris, wo zwar die Auftragslage gut, die Konkurrenz aber auch zahlreich und künstlerisch kompetent war. Als Quaglia das charmante Bildnis der Dame im weißen Empirekleid mit rotem Schal und Perlenkamm im Haar schuf, lebte er zwar erst etwa seit fünf Jahren in der französischen Metropole, war am kaiserlichen Hof aber bereits ein begehrter Künstler, und speziell Kaiserin Joséphine schätzte ihn als Miniaturisten. Die besondere Qualität der Bildnisse Quaglias liegt in ihrer Sanftheit und warmen Intensität. Die Damen scheinen in den zarten Roben zu atmen, ihre Haut wirkt weich und transparent, und die Augen sind voller Sensibilität.
B. P.