Therese Gräfin Sternberg, geborene Stadion
Alois von Anreiter
Die junge Gräfin ist vor einer unbestimmten Landschaft mit großem Wolkenhimmel und tiefliegendem Horizont dargestellt. Sie trägt als Accessoires Blumen, Schmuck und einen Wiener Shawl. In Aufbau und Maltechnik ähnelt das Bildnis den Porträts von Daffinger, die seit den späten 1820er bis in die 1840er Jahre in Wien außerordentlich beliebt waren. Viele Künstler versuchten deshalb, den Meister zu imitieren. Charakteristisch für österreichische Miniaturen dieser Zeit ist auch die matte Farbigkeit, etwa im Gegensatz zu gleichzeitigen englischen Porträtminiaturen.
Der typische Wiener Biedermeierrahmen trägt auf der Rückseite den Namen der Porträtierten, Therese Gräfin Sternberg, geb. Stadion (1819-1873). Über die Dargestellte ist nur wenig bekannt. Sie stammte aus einer der angesehensten Wiener Aristokratenfamilien und war das dritte von vier Kindern des Johann Philipp Franz Graf Stadion Thannhausen und dessen Frau Maria Kunigunde Gräfin Kesselstadt. 1845 heiratete sie Zdenko Graf Sternberg. Das jugendliche Alter der Dargestellten spricht für eine Entstehung der Miniatur um 1840, da die Gräfin im Jahr ihrer Heirat bereits 26 Jahre alt war.
D. O.