The Tansey Miniatures Foundation

The Tansey Miniatures Foundation

Mädchen in rosafarbigem Kleid

Pierre Ursin Tixier de Ladouce

Ähnlich wie Chabanne und Machéra in Lyon, Dagoty in Bordeaux und Delacluze in Rouen, entsprach Tixier in Tours während des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts dem Bedürftnis nach qualitativ hochstehenden Porträtminiaturen. Die Arbeit in der Provinz unterschied sich von jener im Zentrum Paris unter anderem dadurch, dass die Kundschaft weniger zahlreich war und dem Künstler weniger Freiheit für gestalterische Originalität gelassen wurde. Das allgemein geschätzte Porträt war eine Verbindung von solidem Handwerk, erfahrungsgemäß zufriedenstellenden Posen und überzeugender Ähnlichkeit. 
Datierte Miniaturen von Tixier belegen seine Tätigkeit zwischen 1814 und 1830. Ab 1823 fügte er seiner Signatur den Entstehungsort "à Tours" bei. Das Damenporträt von 1829 gehört zu den letzten bekannten Bildnissen Tixiers und ist in der traditionellen französischen Miniaturmaltechnik gemalt. Die sehr feine Pinselstruktur im Gesicht und die präzise abgegrenzten Haarlocken belegen sein Studium der Miniaturen Augustins, zu dessen Schülern Tixier gehörte. Er begann seinen Unterricht am 8. April 1817 und wohnte während der Studienzeit an der Rue de Cléry, Nr. 26.1
B. P.

1 Augustin "Carnet vert", S. 41r und 92v. In Tours war Tixier auch als Händler von Druckgrafik tätig.