Mit diesem Werk besitzt die Sammlung Tansey eine der äußerst seltenen signierten Miniaturen des Miniaturmalers Villis.1 Dieser Künstler wird in keinem Künstlerlexikon erwähnt und sein Vorname und seine Herkunft waren bis Oktober 2025 unbekannt.2 Er war vermutlich um 1800 in Basel und Bern tätig, denn mehrere seiner Miniaturen befinden sich in den historischen Museen dieser Städte.3 Während des Napoleonischen Kaiserreichs wirkte er in Belfort und Vesoul.4 Die eigentümliche Darstellung der Augen, des Mundes und der Haare sowie die Grüntöne in den Inkarnatschatten und im Hintergrund sprechen für eine Zuordnung an den Maler. Der Ausdruck der Modelle legt die Vermutung nahe, dass Villis in Basel mit dem um 1800 hier arbeitenden Miniaturmaler Jean-Baptiste Soyer verkehrte; möglicherweise war er sogar eine Zeitlang sein Schüler. Der elegant gekleidete junge Mann trägt einen goldenen Ohrring und eine eigenartige Anstecknadel am weißen Hemd: Sie stellt einen goldenen Schlüssel dar. Er trug diesen Schmuck wahrscheinlich nicht wirklich, sondern wählte ihn in seinem Porträt als Symbol. Der Schlüssel drückte die Zuneigung des Herrn vermutlich zur Adressatin der Miniatur aus; er erlaubte im übertragenen Sinn das Öffnen des Herzens der geliebten Person.5 B. P.