The Tansey Miniatures Foundation

The Tansey Miniatures Foundation

Marie-Louise, Kaiserin der Franzosen

Österreichisch

Marie-Louise (1791 – 1847) war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. und dessen zweiter Gattin Maria Theresa von Neapel-Sizilien. 1810 wurde sie die zweite Ehefrau Napoleons I., des jahrelang erbittert bekämpften Feindes Österreichs. In Bonapartes Augen waren ihre hohe Geburt und die Anbindung an das Haus Habsburg Kriterien, die für diese Wahl sprachen. Die Verbindung verschaffte ihm verwandtschaftliche Beziehungen mit den größten europäischen Herrscherhäusern, was seine Position und vor allem die seiner Nachkommen legitimieren sollte. Marie-Louise gebar ihm 1811 den lang ersehnten Thronfolger. 

Die Kaiserin ist in der Miniatur in ihrer Hochzeitsrobe dargestellt, allerdings ohne den Diamantbesatz auf dem Kleid, ohne Juwelenschmuck und Diadem. Der Künstler orientierte sich an einer Miniatur der Herrscherin, die Isabey 1810 gemalt hatte und die sie in Ganzfigur vor ihrem Thron zeigt.1 Um den Hals trägt sie darauf eine Miniatur ihres Gatten, die ebenfalls von Isabey gemalt wurde und die ihr anlässlich der offiziellen Brautwerbung durch Marschall Berthier in Wien übergeben worden war. 

B. P.

1 Das Pendant der Miniatur zeigt Napoleon ebenfalls in Hochzeitskleidung. Der Kaiser bestellte die beiden außergewöhnlichen Miniaturen 1810 bei Isabey, um sie seinem Schwiegervater Franz I. zu schenken. Zuvor präsentierte sie Isabey aber im Pariser Salon dieses Jahres (beide Kunsthistorisches Museum, Wien). Möglicherweise hatte der Maler der vorliegenden Miniatur aber nicht das Original Isabeys vor Augen, sondern die Druckgraphik von André Joseph Mécou.