The Tansey Miniatures Foundation

The Tansey Miniatures Foundation

Herr in Kürass und mit Hermelin

Johann Friedrich Ardin

Obwohl unsigniert, ist dieses Emailporträt dem wenig bekannten, aber überaus begabten Genfer Emailmaler Johann Friedrich Ardin zuzuordnen.1 Der Dargestellte präsentiert sich in der Aufmachung eines Mannes der Oberschicht: Er trägt einen Brustharnisch mit über die Schulter drapiertem Umhang und eine gepuderte Allongeperücke. Die Bestimmung des Herrn bereitete bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten. Der Dargestellte wurde irrtümlicherweise mal als Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz betrachtet, mal als Max Emanuel von Bayern.
Die purpurrote Farbe des Umhangs sowie sein Hermelinbesatz verweisen aber auf eine fürstliche Herkunft des Modells. In der Entstehungszeit des Bildnisses stand Ardin als Emailmaler im Dienst des pfälzischen Kurfürsten am Düsseldorfer Hof, und neben dem Kurfürstenpaar porträtierte er auch viele seiner Angehörigen.3 Die Serie zeigt Eltern, Geschwister und Kinder sowie weitere Verwandte des Paars. Keines dieser Werke entspricht jedoch dem hier vorgestellten Porträt. In drei bis auf geringe Unterschiede identischen Emails, ebenfalls von Ardin gemalt, ist derselbe junge Mann zu erkennen.4
B. P.

1 Ein sehr ähnlich konzipiertes und von Ardin signiertes Herrenporträt befand sich früher in der Sammlung Frederick Joachim (Christie’s Genf, 16.5.1995, Nr. 115).
2 Vgl. Christie’s London, 22.11.1999, Nr. 12.
3 Ardin arbeitete zwischen 1703 und 1716 für Johann Wilhelm. Etliche der für diesen Herrscher gemalten Werke befinden sich heute im Bayerischen Nationalmuseum, München.
4 Christie’s London 5.6.2007, Nr. 67; Christie’s London, 2.6.2015, Nr. 461 (als »a Palatine Prince«); Christie’s Genf, 15./16.11.1994, Nr. 158 (als Johann Wilhelm von der Pfalz); Sammlung Holzscheiter, Meilen, verkauft bei Sotheby’s London, 28.3.1977, Nr. 53 (als »a Nobleman«).