The Tansey Miniatures Foundation

The Tansey Miniatures Foundation

Charles Jean-Baptiste Duchesne, Vater des Künstlers

Jean-Baptiste Joseph Duchesne de Gisors

In diesem außergewöhnlichen Bildnis stellte der 28-jährige Jean-Baptiste Joseph Duchesne seinen Vater dar, Charles Jean-Baptiste. Der betagte, fast kahlköpfige Mann blickt den Maler, seinen Sohn, aus wachen Augen forschend an. Die Hände hält er vor der Brust verschränkt und im Mantel verborgen. Die leicht geduckte Haltung erweckt den Eindruck eines von harter Arbeit gezeichneten Körpers.1 Charles Jean-Baptiste, Sohn eines Gerbers und Lederhändlers in Gisors, wählte für sich einen künstlerischen Beruf und wurde Bildhauer.2 Aus seiner Ehe mit Barbe Catherine Dudoüet ging 1770 der Sohn Jean-Baptiste Joseph hervor. Der Vater konnte dem begabten Jungen den ersten Unterricht im Zeichnen selbst geben.3 Später erweiterte dieser sein Wissen in Paris, zuerst beim Maler François-André Vincent, später dann beim Miniaturisten Jean-Baptiste Jacques Augustin, zu dessen besten Schülern er zählte. Erstaunlicherweise entschloss sich der junge Maler 1793 zu heiraten, noch bevor er nach Paris aufgebrochen war und sich als Künstler etabliert hatte. Mit Marie Louise Victoire Julie, geborene Olivier, hatte er mehrere Kinder. Der 1794 geborene Martin Archimède schlug später ebenfalls eine Laufbahn als Künstler ein und wirkte als Maler in Öl und in Miniatur.
B. P.

1 Die Miniatur besitzt einen Metallrahmen des Fabrikanten Valette, der etwa zehn Jahre später als die Miniatur entstand. Valette hatte sein Geschäft »Au cadre mécanique« in Paris an der Rue Croix des Petits-Champs Nr. 41.
2 Zwei seiner Werke sind in der Kirche Saint Josse in Parnes zu besichtigen. Es handelt sich um hölzerne Prozessionsstäbe mit Statuetten, die Duchesne 1784 schuf.
3 Der Verfasser des Nachrufs von Jean-Baptiste Joseph Duchesne betonte fälschlicherweise, dass dieser als einzigen Lehrmeister seinen Vater gehabt hätte. Vgl. „Duchesne (de Gisors.)“, in: L’Artiste, 6, Bd. 2, 24.8.1856, S. 109.