The Tansey Miniatures Foundation

The Tansey Miniatures Foundation

Dame in hellblauem Kleid

Französisch

Ein Künstler aus dem Umkreis von Antoine Vestier malte dieses stimmungsvolle Damenbildnis. Es besticht einerseits durch die Farbharmonie, die leuchtendes Hellblau, Grau und Rosa nebeneinander vereint, anderseits durch den nachdenklichen, aber dennoch heiteren Gesichtsausdruck des Modells. Der Miniaturist malte kein starres Puppengesicht, sondern verstand es, die Dargestellte gefühlvoll erscheinen zulassen. Mit scheinbarer Leichtigkeit trug er die Farbe auf, kombinierte sicher deckende und transparente Farblagen. Die freie Malweise hinderte ihn nicht daran, auch feinste Nuancen zu berücksichtigen. So malte er beispielsweise die zarten grünlichen Halbschatten im Gesicht und die Schatten der Spitzen nur einen Hauch dunkler als den rechts angrenzenden Hintergrund, hob dadurch aber die Büste der Dame plastisch vor dem Grau ab. Die ungezwungen und leicht erscheinende Malweise geht auf den schwedischen Künstler Peter Adolf Hall zurück, der die Miniaturmalerei nach seiner Ankunft in Paris im Jahre 1766 ganz wesentlich prägte.

Der Frisur nach zu urteilen – hoch aufgetürmtes gepudertes Haar mit seitlich eng anliegenden Lockenrollen – wurde das Werk um 1775 gemalt. Die Dame trägt als einzigen Schmuck ein schmales, eng anliegendes schwarzes Band um den Hals. Es hielt an seinem vorne in den Ausschnitt mündenden, hier aber von der Spitze verdeckten Teil vermutlich einen Anhänger.

B. P.